Die Kraft der Verletzlichkeit und wie sie verbindet

Aktualisiert: 29. Juni




Seit Wochen beschäftige ich mich damit, meinen eigenen Blog zu starten. Ich habe bereits mehrere Blogbeiträge begonnen und keinen zu Ende geschrieben! Meine Erwartungen an mich selbst sind so hoch, dass ich den nächsten Schritt einfach nicht wage. Im ganzen Prozess der Themenfindung wurde mir bewusst, dass ich mir selbst im Weg stehe. Ich und meine Gedanken!



Die Erleuchtung


Wie es der Zufall will, bin ich gestern über den TED Talk von der bekannten Wissentschaftlerin und Autorin Brené Brown zum Thema "Verletzlichkeit" gestolpert. Und plötzlich ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen: Ich tue mich schwer, mich öffentlich verletzlich zu zeigen!


Ich, die mich nun schon so lange mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftige! Für mich war es wieder mal ein schönes Beispiel dafür, dass man NIE, wirklich NIE über sich selber auslernt. Und dies wiederum bereitet mir Freude. Freude an mir selbst und dem was ich in Zukunft noch über mich selber lernen darf.



Doch was bedeutet "sich verletzlich zeigen"?


Es ist sehr individuell. Doch grundsätzliche kann man sagen,"etwas zu sagen oder etwas zu tun, ohne Garantie dafür zu haben erfolgreich zu sein".


Brené Brown erwähnt im TED Talk, dass sie eine Umfrage über die Bedeutung von Verletzlichkeit gemacht hat. Antworten die sie bekam waren: "Ich liebe dich" zuerst zu sagen, beim Sex den ersten Schritt zu machen, jemanden um ein Date fragen, auf ein wichtiges Feedback vom Arzt warten - um einige Beispiele zu nennen.


Fest steht: Wir alle sind verletzlich. Doch leider wird in unserer Gesellschaft Verletzlichkeit oft als Schwäche angesehen. Viel zu oft ignorieren wir das Gefühl der Verletzlichkeit und geben uns stattdessen als stark und "tough" aus, damit wir dazugehören. Vor allem im Business ist diese Vorgehensweise weit verbreitet. Dabei sind in uns allen Gefühle wie Scham und Angst tief verwurzelt. Diese Gefühle sind menschlich und wir sind doch Menschen, oder?! Warum sollen wir sie weiterhin verdrängen?! Sie gehören zu uns wie Freude, Glück, Dankbarkeit und alle anderen Gefühle.


Raus aus der Komfortzone - rein in die Verletzlichkeit!


Wir haben es nicht anders gelernt, und darum tun wir uns schwer anders damit umzugehen. Wir haben Angst uns zu blamieren oder etwas falsches zu sagen. "Was werden die anderen nur von mir denken, wenn ich dies oder das tue?"


Doch was würde passieren, wenn wir die Verletzlichkeit umarmen und zulassen?


Es entsteht Verbindung.


Verbindung ist das wonach wir uns alle sehnen. Um wahre Verbindung zu erlangen, müssen wir uns zuerst selbst sehen. Wir müssen uns als erstes mit uns selbst verbinden, damit wir uns selbst erlauben, gesehen zu werden und zwar wirklich gesehen zu werden. Wir brauchen Mut zur Unvollkommenheit. Denn, wenn wir dies haben, sind wir gut zu uns selbst und folglich zu unseren Mitmenschen. Mut zur Unvollkommenheit bringt Authentizität mit sich und zu authentischen Menschen baut man einfacher eine tiefe Beziehung auf. Brené Brown sagt sogar: "Verletzlichkeit ist zwar die Ursache von vielen Ängsten und Unsicherheiten. Doch gleichzeitig ist sie auch der Geburtsort der Liebe, der Verbundenheit, der Freude, der Kreativität und des Glücks.“


Wenn du ein erfülltes Leben leben möchtest, lohnt es sich also, dem Thema Verletzlichkeit tiefer nachzugehen. Am Ende des Textes findest zu dazu einige Reflexionsfragen, die du dir am besten schriftlich selbst beantwortest.


Meine "Verletzlichkeit"


Auch ich habe Mühe mich verletzlich zu zeigen. Es zeigt sich oft, wenn es darum geht meine wahren Gefühle zu zeigen - vor allem negative Gefühle. Zurückweisung bereitet mir grosse Angst. Vermutlich tue ich mich gerade deshalb so schwer diesen Blog zu starten. Lustigerweise habe ich am meisten Angst vor der Verurteilung von Lesern, die ich nicht kenne- weniger von meinem direkten Umfeld. Du siehst, auch ich habe trotz Coaching-Ausbildung noch Potenzial und das ist genau das Schöne :-)!


Die Ziele meines Blogs sind:


1. Meinen Lesern das Thema Coaching und die Persönlichkeitsentwicklung näher bringen.

2. Meine persönliche Erfahrung teilen, damit du davon profitieren kannst.

3. In Verbindung mit dir treten.


Und darum starte ich jetzt ganz einfach und authentisch - mit viel Unsicherheit, aber Freude - diesen Blog.


Ich freue mich über Feedback per E-Mail oder über meinen Insta-Account @roxana_female_coaching.


Von Herz zu Herz


Deine Roxana


Reflexionsfragen zum Thema Verletzlichkeit:


- Was bedeutet Verletzlichkeit für dich?

- In welchen Situation fühlst du dich verletzlich?

- Wovor schämst du dich?

- Wovor hast du Angst?

- Vor welchen Menschen schämst du dich am meisten?

- Hast du Schwierigkeiten damit, jemanden um Hilfe zu bitten?

- Verhältst du dich oft kontrolliert aus Angst vor Ablehnung?

- Was würde sich verändern, wenn du dich verletzlicher zeigen würdest?

- Wie würde dein Umfeld darauf reagieren, wenn du dich verletzlicher zeigen würdest?


Verletzlichkeit lässt sich übrigens üben. Starte am besten mit dir selbst, indem du dir Bewusstsein über deine Verletzlichkeit verschaffst. Danach kannst du dies langsam in deinem Umfeld ausweiten.



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